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Im Gespräch bleiben – über Religionen hinweg
Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Weltanschauungen begegnen sich auf Augenhöhe. Offen, respektvoll und ohne Vorbedingungen.

Editorial

Zwischen den Stimmen

In einer Zeit, in der vieles lauter und unversöhnlicher wirkt, möchten wir einen Raum für Begegnung und Zuhören öffnen. Der interreligiöse Dialog beginnt oft nicht bei den grossen Übereinstimmungen, sondern bei den feinen Unterschieden – dort, wo Menschen erzählen, was ihnen wichtig ist, und bereit sind, sich von anderen Perspektiven berühren zu lassen.

Mit diesem Newsletter möchten wir Stimmen hörbar machen, ohne sie gegeneinander auszuspielen: für Gedanken, Begegnungen und leise Annäherungen.

Was bedeutet Respekt im Glauben?

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Respekt geht über Toleranz hinaus. Er bedeutet nicht nur, den anderen zu akzeptieren, sondern ihm wirklich begegnen zu wollen.

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Respekt zeigt sich im Zuhören – mit der Bereitschaft, zu verstehen, auch dort, wo Unterschiede bestehen bleiben.
Denn gerade im Glauben sind Überzeugungen tief verwurzelt und nicht einfach aufzulösen.

Dialog beginnt nicht bei Einigkeit, sondern bei Differenz.

Respekt heisst, diese Differenz auszuhalten – ohne den anderen auf die eigene Sichtweise zu reduzieren.

Vielleicht liegt darin sein Kern: den anderen in seiner Eigenständigkeit stehen zu lassen.

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Im Gespräch bleiben

Erhalten Sie quartalsweise unseren Newsletter mit Beiträgen zum interreligiösen Dialog sowie Informationen zu Veranstaltungen, Vorträgen und Besuchen in der Region.

                                                                                                           Jetzt anmelden und Teil dieses offenen Dialograums werden.

Unser Newsletter "Zwischen den Stimmen"

 

Dieser Newsletter erscheint quartalsweise und greift Themen rund um den interreligiösen Dialog auf. Er verbindet unterschiedliche Perspektiven, gibt Einblicke in aktuelle Fragen des Zusammenlebens und informiert über unsere Aktivitäten in der Region.

Sie finden darin Beiträge zum Thema, Ankündigungen von Veranstaltungen, Vorträgen, Besuchen und Ausstellungen sowie Impulse zum Weiterdenken. Der Newsletter richtet sich an alle Interessierten, die sich für Dialog, Begegnung und ein respektvolles Miteinander engagieren oder dafür offen sind.

Mit diesem Angebot möchten wir Menschen aus der Region einladen, Teil dieser Bewegung zu werden – nicht als feste Gruppe, sondern als offener Kreis, der durch Interesse, Teilnahme und Austausch wächst.

👉 Wenn Sie den Newsletter erhalten möchten, können Sie sich hier anmelden

Der Newsletter liegt zunächst auch in ausgewählten Kirchgemeinden in gedruckter Form auf. Künftig wird er elektronisch an alle versendet, die sich registriert haben.

Ein Besuch im „Labor des Zusammenlebens“

Begleiten Sie uns auf eine Reise nach Bern zu einem Ort, der in dieser Form aussergewöhnlich ist: dem Haus der Religionen - Dialog der Kulturen, am Europaplatz. Unter einem Dach leben und wirken hier acht Religionsgemeinschaften zusammen – Alevit:innen, Bahá’í, Buddhist:innen, Christ:innen, Hindus, Jüd:innen, Muslim:innen und Sikhs.

Das Haus ist weit mehr als ein Gebäude. Es ist ein Ort des Dialogs, an dem unterschiedliche religiöse und kulturelle Perspektiven aufeinandertreffen. Hinter einer ornamentierten Glasfassade öffnen sich verschiedene Sakralräume und geben Einblicke in gelebte Vielfalt.

Bei unserem Besuch erwarten uns ein gemeinsamer Rundgang, Einblicke in die Entstehungsgeschichte sowie Zeit für Austausch – unter anderem im Restaurant Vanakam.

👉  Wenn Sie diesen Ort selbst erleben möchten, laden wir Sie ein, sich für unseren Besuch am 9. Juni anzumelden.

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Das Haus der Religionen am Europaplatz

Konzept und Vision

Das Haus versteht sich als „Labor des Zusammenlebens“. Hier praktizieren acht Religionsgemeinschaften (Alevit:innen, Bahá’í, Buddhist:innen, Christ:innen, Hindus, Jüd:innen, Muslim:innen und Sikhs) das Zusammenleben unter einem Dach und pflegen den Dialog mit der Öffentlichkeit. Ziel ist ein respektvolles Miteinander, das Verschiedenheit als Reichtum anerkennt und die Integration fördert.​

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Architektur und Räumlichkeiten

Das Gebäude wurde im Dezember 2014 eröffnet. Die Gesamtfläche von 3'390 m² teilt sich in spezifische Sakralräume (ca. 60 %) und einen gemeinsamen Dialogbereich (ca. 40 %) auf. Fünf Gemeinschaften (Alevit:innen, Buddhist:innen, Christ:innen, Hindus und Muslim:innen) verfügen über eigene, individuell gestaltete Gebetsräume.

Zahlen und Fakten

  • Jährlich besuchen rund 33'000 Menschen das Haus.

  • 2024 fanden über 338 Rundgänge und Workshops statt.

  • Die Baukosten für den Bereich des Hauses der Religionen beliefen sich auf ca. 10,7 Millionen Franken, wobei die Gemeinschaften den Ausbau ihrer Sakralräume (z. B. der Hindu-Tempel für 1,5 Mio. CHF) durch Spenden selbst finanzierten

 

Kulinarik und Begegnung

Das Herzstück ist der Dialogbereich mit dem Restaurant Vanakam, das für seine ayurvedisch-vegetarische Küche bekannt ist und jährlich rund 2'200 Liter kostenloses Ingwerwasser serviert. Zudem finden dort interkulturelle Brunches mit Teams aus bisher 19 verschiedenen Ländern statt.

Religionsgemeinschaften

 

Hinduistische

Gehören zu einer der ältesten religiösen Traditionen der Welt mit vielfältigen Glaubensformen und spirituellen Wegen.

Buddhistische

Folgen den Lehren Buddhas mit dem Ziel, Leid zu überwinden und innere Ruhe sowie Erleuchtung zu finden.

Jüdische

Folgen einer jahrtausendealten Religion, die auf dem Glauben an den einen Gott und der Auslegung der Tora basiert.

Christliche

Glauben an Jesus Christus und orientieren sich an seiner Botschaft von Nächstenliebe, Vergebung und Hoffnung.

Islamische

Glauben an den einen Gott (Allah) und orientieren sich am Koran und den Lehren des Propheten Muhammad.

Sikhs

Eine im Punjab entstandene Religion, die an einen Gott glaubt und Gleichheit, Gemeinschaft und Dienst am Nächsten betont.

Alevitische
Eine vor allem in der Türkei verbreitete Glaubensgemeinschaft mit Wurzeln im Islam, die grossen Wert auf Gemeinschaft, Gleichheit und spirituelle Erfahrung legt.

 

Bahá’í
Eine junge Weltreligion, die die Einheit der Menschheit und die Gleichwertigkeit aller Religionen betont.
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Zum Programm

Datum: Dienstag, 9. Juni 2026
Treffpunkt: Hauptbahnhof Zürich

11:02 Uhr – Abfahrt nach Bern (Gleis 31)
11:58 Uhr – Ankunft im Hauptbahnhof Bern
anschliessend Transfer zum Europaplatz

Gemeinsames Mittagessen im Restaurant Vanakam

14:00 Uhr – Beginn der Führung im Haus der Religionen

Im Anschluss gemütliches Zusammensein

Rückfahrt nach Zürich (individuell)

Bemerkung:


Zugticket und Mittagessen erfolgen auf eigene Kosten.

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Hinweis zur Anmeldung
Um einen persönlichen und angenehmen Austausch zu ermöglichen, ist die Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt.

Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben.

Zwischen Tradition und persönlicher Erfahrung

Religiöse Traditionen geben Orientierung. Sie bieten gewachsene Formen, Rituale und Deutungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Für viele Menschen sind sie ein wichtiger Halt – ein Rahmen, in dem sich Glauben entfalten kann. Gleichzeitig erleben viele ihren Glauben heute sehr individuell.

Persönliche Erfahrungen, Lebenswege und eigene Fragen prägen, wie Menschen glauben, zweifeln oder suchen. Daraus entsteht ein Spannungsfeld: zwischen dem, was überliefert ist, und dem, was im eigenen Leben als bedeutsam erfahren wird.

Dieses Spannungsfeld ist nicht einfach aufzulösen. Und vielleicht muss es das auch nicht. Denn gerade darin liegt eine Chance.

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Im Dialog kann dieses Spannungsfeld fruchtbar werden. Wenn Menschen einander erzählen, wie sie ihren Glauben leben, wo sie ringen oder was ihnen Orientierung gibt, entsteht eine andere Qualität von Begegnung. Es geht dann nicht mehr darum, richtige oder falsche Antworten zu finden, sondern darum, unterschiedliche Wege wahrzunehmen.

So kann Tradition lebendig bleiben – nicht als starre Vorgabe, sondern als etwas, das im Austausch immer wieder neu verstanden wird. Und persönliche Erfahrung wird anschlussfähig, weil sie im Gespräch Resonanz findet.

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Vom persönlichen Glauben zum gemeinsamen Leben

Der persönliche Zugang zum Glauben bleibt nicht ohne Wirkung auf das Zusammenleben. Was Menschen als Orientierung erfahren, prägt auch, wie sie anderen begegnen – im Alltag, in Gesprächen und im Umgang mit Unterschiedlichkeit.

So wird aus einem individuellen Spannungsfeld eine gemeinsame Frage: Wie gehen wir als Gesellschaft mit Vielfalt, Unsicherheit und unterschiedlichen Überzeugungen um?

An dieser Stelle berührt das Persönliche das Gesellschaftliche.

Und genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung – aber auch die Chance des Dialogs.

Zusammenleben in einer verunsicherten Gesellschaft – welche Rolle spielt Religion?

Viele Menschen erleben unsere Gesellschaft derzeit als verunsichert. Gewohnte Orientierungen geraten ins Wanken, unterschiedliche Wertvorstellungen treten stärker hervor, und das Zusammenleben wird komplexer.

In diesem Kontext stellt sich die Frage: Welche Rolle kann Religion heute noch spielen?

Für manche ist Religion ein stabiler Anker. Sie bietet Orientierung, Halt und einen Rahmen, um mit Unsicherheit umzugehen. Für andere wirkt Religion eher fremd oder wird mit Abgrenzung und Konflikten in Verbindung gebracht. Beide Erfahrungen gehören zur Realität unserer Gesellschaft.

Gerade deshalb ist es wichtig, genauer hinzuschauen.

Religion kann trennen – dort, wo sie zur Abgrenzung genutzt wird. Sie kann aber auch verbinden – dort, wo sie Menschen dazu ermutigt, Verantwortung zu übernehmen, zuzuhören und sich aufeinander einzulassen. Entscheidend ist nicht nur, was geglaubt wird, sondern wie mit dem eigenen Glauben umgegangen wird.

Im interreligiösen Dialog liegt hier eine besondere Chance. Wenn Menschen unterschiedlicher religiöser Prägungen miteinander ins Gespräch kommen, entsteht ein Raum, in dem Verständnis wachsen kann – nicht durch Vereinheitlichung, sondern durch gegenseitige Wahrnehmung.

Vielleicht liegt der Beitrag von Religion heute weniger in fertigen Antworten, sondern in der Fähigkeit, Räume für Begegnung und Orientierung zu öffnen.

Impuls
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Dialog bedeutet nicht, den anderen zu verändern.
Sondern sich selbst infrage stellen zu lassen.

Aus der Arbeitsgruppe

 

In den Monaten Januar bis und mit April traf sich unsere Arbeitsgruppe zu mehreren Planungssitzungen für das laufende Jahr. Im Fokus standen die Vorbereitung konkreter Veranstaltungen, darunter der Besuch des Hauses der Religionen in Bern, ein Besuch der Synagoge in Zürich sowie eine Abendveranstaltung zu Neve Shalom. Weitere interne Anlässe sind in Planung.

Neben Organisation und Koordination wächst auch der Wunsch nach vertieften internen Dialogen zu interreligiösen Themen. Daraus sollen künftig neue Formate und Begegnungen entstehen.

Gleichzeitig ist unsere Arbeitsgruppe offen für weitere Mitwirkende. Insbesondere freuen wir uns über Vertreterinnen und Vertreter aus dem Judentum, dem Buddhismus, dem Hinduismus sowie weiteren religiösen Traditionen, die sich aktiv in den Dialog einbringen möchten.

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Ein Ausblick: Für das Jahr 2027 ist bereits ein Anlass zum Thema Abrahamitischer Dialog vorgesehen.

Veranstaltungen - Termine
 

9. Juni: Haus der Religionen - Bern

                                                           

​​9. September: Führung in einer Zürcher Synagoge mit einem Rabi 

     

7. bis 15. November: Woche der Religionen, in der ganzen Schweiz 

   Über 30 Teams aus acht Religionen organisieren rund 100

   Veranstaltungen. Ziel ist es, durch  Begegnungen und 

   gemeinsame Erlebnisse gegenseitigen Respekt und

   tragfähige  Partnerschaften zu fördern.   

                                                                                        

12. November in Bassersdorf: Abendveranstaltung, Vorstellung von

     Neve Shalom, Israel                                                                          

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Impressum
 
Interreligiöser Dialog Breite

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Hinweis zum interreligiösen Dialog

Die auf dieser Website dargestellten Inhalte und Perspektiven dienen dem offenen Dialog zwischen verschiedenen religiösen Traditionen. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder verbindliche Auslegung einzelner Glaubensrichtungen.

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